✈ Teil 2: Über London nach Denver



Dienstag, 01. Mai 2018

Mit bewölktem Himmel und 10 Grad Celsius beginnt der heutige Tag in Kopenhagen. Nach dem abendlichen Fußmarsch zum Hotel im strömenden Regen am Vortag kann man sich darüber nicht unbedingt beklagen. Das Cabinn Metro Copenhagen, in welchem wir übernachtet haben, ist zwar modern, aber auch zweckmäßig gehalten und glänzt nicht gerade mit zu großen Zimmern. Angesichts des Preises für die eine Nacht in Flughafennähe aber absolut akzeptabel. Per Bahn geht es die zwei Haltestellen zurück zum Flughafen. Dank Nutzungsmöglichkeit der Priority Lane ist das Gepäck schnell aufgegeben und es kann zum Frühstück in die Eventyr Lounge gehen.



Das Frühstücksbuffet ist nicht übermäßig umfangreich aber solide und ausreichend. Während wir noch Brötchen und Spiegelei verdrücken rollt auch bereits unser Flugzeug ans Gate, welches uns gleich nach London Heathrow bringen wird. Der Airbus A321 G-MEDN hatte seinen Erstflug am 29.04.2008 und ist somit seit ziemlich genau 10 Jahren im Dienst. Pünktlich geht es los und nach gut 2 Stunden Flugzeit und ein paar Holdings über der britischen Hauptstadt landet Speedbird 813 um kurz vor 12:00 Uhr Ortszeit in London.



Ein kurz vor der Landung strategisch gut platzierter Sitzplatzwechsel in eine der vorderen Reihen macht sich insofern bezahlt, dass wir das Flugzeug vor der großen Masse verlassen können und so mit dem ersten Bus die 12-minütige Vorfeldrundfahrt zum Terminal 3 antreten können. Die Eile hat einen guten Grund, schließlich sehnt sich der Magen bereits nach der nächsten Mahlzeit und die Cathay Pacific Lounge möchte zeitmäßig gern maximal ausgenutzt werden. Nach einem üppigen Mittagessen in Form von Hamburger mit Pommes – man muss sich schließlich schon mal auf das Essen in den USA einstellen – gefolgt von einem leckeren Dessert bleibt noch ausreichend Zeit, um es sich mit einem verduungsfördernden alkoholischen Getränk auf den Loungesesseln gemütlich zu machen und zu entspannen. Der Ausblick dabei ist erstklassig.



Gegen 14 Uhr ist es dann Zeit sich auf den Weg zu Gate 32 zu machen, wartet doch dort bereits unsere “Queen of the Skies”, um uns die 7.500 Km nach Denver zu fliegen. Die Old Lady mit der Kennung G-BNLY hat bereits stolze 25 Jahre auf dem Buckel (welch Wortspiel bei einer Boeing 747) und fliegt schon seit Januar 1993 im Dienste von British Airways – wird schon halten 😉 Beim Boarding gelingt es mir sogar noch einen Platz in einer der hintersten Reihen, und dort sogar am Fenster, zu ergattern. Der Vorteil an den letzten Reihen in der 747-400 ist der dort schmaler werdende Rumpf, wodurch fensterseitig anstatt der sonst üblichen 3 nur noch 2 Sitze nebeneinander verbaut sind. Auch für die Füße gibt es seitlich ein ganz ordentliches Platzangebot, so dass sich ein 10 Stunden Flug hier gut aushalten lässt. Das Bordentertainment hingegen lässt aufgrund des Flugzeugalters leider zu wünschen übrig und man fühlt sich weit in der Zeit zurück versetzt. Noch nicht einmal USB Buchsen zum Laden von Tablets sind vorhanden, zum Glück bin ich mit einer potenten Powerbank ausgestattet um meine Geräte ausreichend laden zu können. Gegen 15:20 Uhr geht es schließlich los in Richtung Denver.



Der Flug an sich verläuft ruhig und entspannt. Der Bordservice inkl. des zuständigen Flugbegleiters ist absolut spitze und auch das servierte Essen geht vollkommen in Ordnung. Die Zeit vergeht dank einiger voarb auf das Tablet geladener Videos “wie im Fluge”, zudem verbringen wir eine gute Zeit während des Überflugs von Grönland auf dem Jumpseat und genießen bei üppigem Platzangebot das ein oder andere alkoholische Getränk. Dass der Whiskey in der hinteren Galley zwischenzeitlich aus geht lässt mich nur kurz erschrocken aufhorchen, denn schnell wird aus einer anderen Galley Nachschub gebracht – dieser Service kann sich sehen lassen, Flug gerettet! Schon bald kommen die endlosen Weiten der “flyover states” der USA in Sicht und im Handumdrehen befinden wir uns im Anflug auf Denver. Um 17:50 Uhr, nach ziemlich genau 9:30 Stunden Flugzeit landen wir schließlich auf dem Denver International Airport.



Als Ersteinreisender in die USA stelle ich mich auf eine zeitintensive und umfangreiche Einreiseprozedur ein. Der Weg zu den Automaten und das dortige Prozedere ist erstaunlich schnell erledigt und auch die Schlange vor den Einreisebeamten ist quasi nicht existent. Nach zwei lapidaren Fragen und keine 20 Minuten nach Verlassen des Flugzeugs habe ich den Stempel in meinem Pass und somit die viel gefürchtete Immigration bereits hinter mich gebracht – wow! Was bei mir schnell und unkompliziert klappt ist bei meinem Koffer hingegen etwas schwieriger, irgendwo muss ja der Haken sein. Das Problem liegt hier allerdings nicht an den Grenzbeamten der Border Protection sondern am Gepäckband in London, welches zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt anscheinend gerissen ist und somit dafür gesorgt hat, dass die Koffer von rund 160 Passagieren auf unserem Flug nicht mitgereist sind. Selbstverständlich gehören auch unsere Koffer dazu. Somit verbringen wir zusammen mit etlichen anderen Passagieren noch einige Zeit am British Airways Schalter und füllen entsprechende Formulare aus.

Anschliessend machen wir uns auf den Weg zur Mietwagenstation von Alamo, wo wir bereits vorab unseren Fullsize Mietwagen gebucht haben. Mit etwas Überredungskunst und Verhandlungsgeschick bekommen wir den dort zufällig erspähten und dann sehr gewünschten Dodge Charger, welcher etwas versteckt hinter dem Gebäude geparkt steht. Mit einem 5,7 Liter V8 HEMI Motor unter dem Blechkleid machen wir uns auf die gut einstündige Fahrt nach Loveland, wo wir das Hotel für die erste Übernachtung gebucht haben. Einen kurzen Zwischenstop legen wir bei einem Wallmart ein, um die nötigsten Dinge zu kaufen, welche wir durch das Fehlen der Koffer nun nicht dabei haben: Hygieneartikel, notwendigste Grundausstattung an Klamotten und ein paar Flaschen Getränke. Nach Ankunft am Embassy Suites Hotel ist es gegen 23:00 Uhr und somit nach über 24 Stunden auf den Beinen dann endgültig Zeit den Tag zu beenden.



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